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Großglockner und Gerlos-Tour 2023

Tag 1: Donnerstag, 15.06.23 – Anreise

„Da sam ma wieda“, auf der Großglocknertour, die nach 2019 zum zweiten Mal stattfand. Aber weit gefehlt, es war keine Wiederholung, sondern bis auf die alten Häschen/Hasen (verzeiht, aber ab hier werde ich nicht mehr gendern) Susanne und Manfred, die wieder als Tourguides einen perfekten Job abgeliefert haben, eine komplett andere „Schmankerltour“.

Schon am Ankunftstag konnte, wer wollte ein besonderes Schmankerl genießen, einem Ausflug in die Vorderkaserklamm (Bild 01).

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Nicht nur eine gewaltige Kulisse mit „freihängenden“ Steinen (Bild 02), sondern auch kulinarisch eine Einstimmung zu den in der Gegend sehr verbreiteten kaloriengefüllten Naschereien (Bild 03).

Wer direkt im Kuhotel (das heißt nur so, da werden nur Kühe oder Zubehörteile für diese Gattung ausgestellt und es gibt tatsächlich anständige Betten für Zweibeiner) eingecheckt hatte, durfte sich über die reservierten und überdachten Stellplätze für sein Fahrzeug freuen (Bild 04).

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Nach den Wiedersehensbegrüßungen mit großem „Hallo“ und dem freudigen Überraschungsbesuch, der in der Gegend ansässigen Eveline und Harald mit ihrem estorilblauen M-Roadster, ging es zum ersten gemeinsamen Abendbüfett.

Der Name (Bü-FETT) war Programm und wir verwandelten die üppig dargebotenen Speisen in das Unvermeidbare. Aber auch der Gesprächsstoff war üppig und es wurde unter anderem festgestellt, dass insgesamt 28 Personen, davon 4, die zum allerersten Mal eine Z3-Club-Tour mitfuhren (herzlich Willkommen in der Runde der Enthusiasten), mit 14 Roadstern davon 4 rote und 3 silberne sowie ein Coupé, das das ganze Wochenende hinterherfuhr (derf i sagn, wei i`s ja selba so gwoid hab), insgesamt also 74 Räder inklusive Breitreifen und Reserveräder angereist waren. Ihr merkt, die Gespräche am Abend wurden immer tiefsinniger.

Tag 2: Freitag, 16.06.23 – Großglockner

Aufstehen 7:00 Uhr, für einen angehenden Rentner im 3 Lehrjahr gar nicht so einfach, aber die Vorfreude auf 300 km der schönsten Alpenstrecken fahren zu dürfen lässt mich schnell wach werden. Gemeinsames Frühstück ab 07:30 Uhr, Müsli, Blick zum Fenster => Regen => Frust, Omelett, Schinken, Speck danach, Zähneputzen, Fahrerbesprechung und tatsächlich wir starteten pünktlich um 9:00 Uhr (Bild 05) in einen verregneten, aber nicht aussichtslosen Tag.

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Teils geschlossen und damit meine ich die Roadster, teils optimistisch mit geöffnetem Verdeck. Optimismus zahlte sich aus, denn nach ca. 10 min blinzelte die Sonne immer öfter zwischen den Wolken hervor und es begann aufzuhellen.

Nach etwa 50 km machten wir die erste Pause am Erholungsgelände Thumersbach (Visavis von Zell am See) (Bild 06-08).

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Erleichtert starteten alle, die es konnten, mit geöffnetem Verdeck und erfreuten sich der zunehmenden Erwärmung durch die Sonneneinstrahlung. Nach 34 km erreichten wir die Mautstelle Ferleiten (Bild 09), wo uns rein rechnerisch gesehen pro Kehre 1 € abgenommen wurde und das Parken an der Edelweisspitze (Bild 10-12) noch zusätzlich 3 € kostete. Was soll's, dafür sind die Wolken wenigstens umsonst.

Zudem gab es Besonderheiten. Einige polnische Renault Alpine-Fahrer zeigten wahnwitzige Überholmanöver. Elfi und Achims Maskottchen stürzten beinahe von 2571 m in die Tiefe (Bild 13) und Peter lächelte bei gefühlten Minusgraden mit der kurzen Hose in die Kamera (Bild 14).

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Als es zu schneien begann und uns der Ausblick eingeschränkt wurde (Bild 15), starteten wir wieder und fuhren weiter zur Kaiser-Franz-Josefs Höhe (Bild 16).

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Dort stellten wir die Fahrzeuge im Parkhaus ab (Bild 17) und erkannten, dass die Klimaerwärmung am Gletscher, der sogenannten Pasterze, erheblich nagt (Bild 18).

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Nach der Erkenntnis: „Wir sitzen alle in einem Boot“, hielten wir das auch in einem Gruppenfoto fest (Bild 19).

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Die nächsten 80 km bis zum Mittagstisch im Gribelehof (Bild 20) vergingen wie im Fluge. Grund dafür waren die umfangreichen Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und geschichtlichen Ereignisse, die Susanne uns über das Walkie Talkie mitteilte. An dieser Stelle, vielen herzlichen Dank für die umfangreichen Informationen, die du uns während dem ganzen Wochenende kundgetan und im hervorragenden gestaltetem Roadbook zum Nachlesen niedergeschrieben hast. Die Tafel war gedeckt und es war wie für eine Hochzeit angerichtet. Dem „Brautpaar“ sei Dank (Bild 21+22).

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Gut gestärkt, bei strahlendem Sonnenschein ging die Reise weiter Richtung Felbertauerntunnel. Dem Flüsschen Isel folgend durch St. Johann im Walde und Matrei an die Südseite des Tunnels.Obwohl es keine Kurven im Tunnel gibt, wurden uns dennoch 11 € abgenommen. Aber auch die lohnten sich, da wir auf der Nordseite, das sich verschlechternde Wetter im Süden (Sturmregen gegen 15:30 Uhr) (Bild 23+24), hinter uns lassen konnten.

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Vorbei am Elisabethsee nach Mittersill über den Paß Thurn (1273 m) und Jochberg nach Kitzbühel. Dort ein kurzer Blick links auf die legendäre Streif (Skirennen im Winter) und weiter geradeaus ein toller Blick auf den Wilden Kaiser (der Gebirgszug, hat nichts mit dem „Franze“ zu tun). Wir folgten dem Geruch des Abendessens und nahmen die schnellste Strecke über St. Johann in Tirol bis nach Waidring ins Kuhotel.

„Alle auf dem Parkplatz wohlbehalten angekommen!“

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Als Entschädigung, für die teilweise doch feuchten Strecken, gab es einen wunderschönen Regenbogen (Bild 25).

Jetzt noch schnell unter die Dusche und rein in die Abendkleidung. Die kühlen Getränke standen abrufbereit (Extra Cola mit Oldtimerverfallsdatum) und das schmackhafte Essen war wieder angerichtet. Es wurde diskutiert, analysiert, gelacht, gut gegessen, anständig gebechert und wieder rechtzeitig ins Bett gegangen, um am nächsten Morgen die Abfahrt nicht zu verpassen.

Tag 3: Samstag, 17.06.23 -Gerlospass und Zillertaler Höhenstrasse

Um 7:00 Uhr klingelte schon wieder der Wecker. Es standen der Gerlospass und die Zillertaler Höhenstrasse auf der Tagesordnung, mit fast 300 km Fahrstrecke eine ebenfalls lange Tour. Ich bin also schon vor dem Klingeln hellwach und frisch geduscht. Blick aus dem Fenster => strahlender Sonnenschein!

Ab zum Frühstück, Briefing war um 8:30 Uhr mit Kollekte für das arme Bergalpenland (8 € für die Höhenstrasse) und pünktlichem Start um 9:00 Uhr. „15 ZZZettis, aufgereiht, wie eine Perlenkette sind bereit zur Abfahrt!“

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Die ersten 50 km führten uns am südlichen Fuß des wilden Kaisers (Bild 26) nach St. Johann in Tirol mit den sehenswerten barocken Kulturdenkmälern und von dort aus über Jochberg nach Mittersill. Vorbei am berühmten Jetset-Treffpunkt der 60er Jahre (Bild 27) hin zum Parkplatz und Fotoshooting an den öffentlichen Toiletten der Nationalpark Welten (Bild 28+29).

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Von da aus weiter über Bramberg am Wildkogel, wo früher Smaragde gesucht und gefunden wurden und vorbei an den berühmten Krimmler Wasserfällen (385 m freier Fall in 3 Stufen). Das Sahnestück war aber die kurvige Straße hoch bis auf den Gerlospass mit 1628 m. Zudem, wenn, wie in unserem Fall, die Strecke frei von anderen Verkehrsteilnehmern war. Bevor uns aber schon wieder ein Obolus abgenommen werden konnte, hatten wir gewendet und sind die kurvenreiche Strecke wieder bergab gefahren. Schließlich wollten wir verhindern, dass mit unserem Geld die Strecke begradigt wird.

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Auf einem der unteren Aussichtspunkte mit den Wasserfällen im Hintergrund konnten wir uns für ein Gruppenfoto aufstellen (Bild 30). Manfred hatte die gute Idee, dass ein Fremder, der oberhalb von uns auf der nächsten Brücke stand, das Foto von uns schießen könnte. Gesagt getan, Manfred setzte sich ins Auto und fuhr bergab? Nach kurzer Zeit hat er gewendet und ist so gesehen mit Anlauf an uns vorbei die Kurven wieder bergauf gefahren. Nach einiger Zeit kam Manfred mit einem jungen Mann als Beifahrer (Sohn des fremden Mannes, dem Manfred seine hochwertige Kamera anvertraut hatte) zurück und erklärte uns: „Der wolle nur auch mal mit einem ZZZetti mitfahren“. (Aha, wieder etwas gelernt, so umschreibt man also eine „Pfandnahme“). Alles gut! Der Geisel konnte sich selbständig befreien, Manfred bekam seine Kamera wieder und wir haben tolle Gruppenfotos.

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Die nächsten 50 km waren geprägt von atemberaubenden Ausblicken (Bild 31-34) auf der alten Gerlossstraße zur Zillertaler Höhenstraße, aber auch von einem kleinen Zwischenfall.

Diverse langsame Arbeitsfahrzeuge hatten nicht nur einige Gemüter, sondern auch das Kühlsystem eines ZZZettis so stark erregt, dass es zum „Überlaufen“ kam. Aber nach einer kurzen Beruhigungsphase konnte die Reise fortgesetzt werden und wir konnten zur Mittagspause im Zillerberg Stüberl wieder aufschließen.

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Die Stimmung war zünftig (Bild 35) und ich genoß die in gebirgsähnlich angeordneter Form erstellten Kalorienhügel (Bild 36). Mit gut gekühlten Autos starteten wir in 3 Gruppen, um auf der einspurigen Straße, die im Winter teilweise Bestandteil von Skiabfahrten (Bild 37) ist, dem Gegenverkehr die Möglichkeit zu geben, an uns leichter vorbeizukommen (Bild 38).

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Aber was erklang immer wieder aus dem Walkie Talkie: „Frei, frei, frei, unglaublich Frei!“ Susanne konnte es nicht fassen, wie frei die Strecke war – kaum Gegenverkehr.

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Am MPreis-Parkplatz in Kaltenbach legten wir noch eine kurze Pause bei bulliger Hitze ein, bevor es aus dem Zillertal durch Unders, Fügen und Schlitters nach Wiesing am Inn ging. Parallel zum Inn durchfuhren wir die Ortschaft St. Gertraudi (hier wurde im 2. Weltkrieg unter dem Decknamen RABE Flugbenzin produziert). Vorbei am ehemalig schönsten Blumendorf Europas (Reith im Alpbachtal) weiter durch Brixlegg, Kramsach und Kundl nach Wörgel.

Wir kamen am Gruselschloss Itter vorbei, in dem Gericht über „Hexen“ gehalten wurde und umrundeten die Hohe Salve in Richtung Brixen im Thale. Ab Kitzbühel fuhren wir weiter auf der uns inzwischen vertrauten Route. Dabei kamen die ersten Wehmutsgefühle auf, wie wunderschön die Straßen in den Alpen verlegt wurden. Wir genossen den Rest der Strecke und kamen alle auf dem Hotelparkplatz wohlbehalten an. Keine Unfälle, Ausfälle oder Ausreißer, alle super gefahren.

Nach der gewohnten stillschweigenden Begrüßung durch die tierische Empfangsdame (Bild 41) gönnten wir uns noch eine kurze Runde im Hauspool, bevor es zum letzten Abendmahl ging.

bild 41

In geselliger Runde dankten Martin und Peter den Organisatoren für die herausragende Tour. Was schrieb Jutta über die erste Großglocknertour: „Ohne „Lobhudelei", was Susanne und Manfred an Vorarbeit geleistet haben, ist nicht mehr zu überbieten.“

Ich muss Jutta widersprechen, Ihr habt Euch selbst übertroffen!

Aber auch allen Beteiligten ein großes Lob. Ohne Euch und Eurer Bereitschaft sich in eine Gruppe zu integrieren, hätte sehr vieles „schief“ gehen können. Tolle Truppe (Bild 42)!

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Wir genossen noch das Bergleuchten, welches nicht nur uns zu Ehren entzündet wurde (Bild 43+44) und ließen den Abend an der Hausbar ausklingen.

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Tag 4: Sonntag, 18.06.23 - Abreise

Tag des Abschieds. Wenn der nicht immer so schwerfiel! Einige fuhren schon recht früh an dem heißen Sommertag, Andere ließen sich Zeit und wieder andere konnten noch einige Bonusstunden anhängen.

So machten auch wir noch eine kleine Wanderung durch die Grießbachklamm. Zudem gönnten wir uns auf der Heimreise noch zwei Sahnestückchen.

Zum einen die ehemalige Bergrennstrecke über das Sudelfeld und zum anderen ein kleines Stück Kuchen im bekannten Winkelstüberl (Bild 45).

bild 45

Ein kurven- und kalorienreiches Wochenende ging zu Ende. Die Großglockner und Gerlos-Tour war das Sahnehäubchen 2023!

Herzlichen Dank

Servus, Euer Richy
28.8.2023