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Sachsen Tour III

Grenz-"erfahrungen" rund um die Sächsische Schweiz

Mitten im Hochsommer - bei leider recht kühlem und durchwachsenem Wetter - durften wir unter der fachkundigen Führung von Winni und Gabriela eine mit vielen Details gespickte Genießertour durch den Osten von Sachsen erleben. Die ursprüngliche Tour hatten Manfred und Winfried gemeinsam ausgearbeitet. Leider konnte Manfred krankheitsbedingt nicht teilnehmen - einen ganz besonderen Dank nochmal an dieser Stelle für diese wunderschöne Tour an Ihn und gute Besserung.

Tag 1 - gemeinsame Anreise:
Das Erzgebirge, im Spannungsfeld von Zechen und Kunsthandwerk


Der Treffpunkt zu unserem Sachsen-Zetti-Showdown: Pünktlich zum High-Noon in Aue-Bad Schlema. Alle fanden sich rechtzeitig ein und wir konnten nach der Begrüßung durch Winni und Gabriela zügig losfahren.

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Hier erhielten wir die ersten, von unglaublich vielen weiteren interessanten Infos über die Region. In dem Fall ging es um das hiesige Erzgebirgsstadion und den FC Erzgebirge Aue. Wir alle waren ein wenig überrascht von den gewaltigen Dimensionen, aber zu DDR-Zeiten war hier einer der Spitzenvereine ansässig, was die Größe des Stadions erklärte.

Mit 14 Zettis - inkl. ein zweier Coupes - ging es nach der Begrüßung los durch das Erzgebirge in Richtung unseres Ziels Rathen. In Dittersdorf kamen wir an einer von unzähligen Eisenbahnbrücken vorbei, während munter die ersten Technik-Gespräche über den Funk-Äther liefen. Nach diversen "Beratungen" rund um das Thema "Licht", konnte die optimale Einstellung gefunden werden und wir konnten den fundierten Ausführungen unserer Guides lauschen. Die Landschaft, die noch sehr stark geprägt ist von den Zeugnissen der Vergangenheit - dem Bergbau und den Zechen –, lag wunderschön vor uns und kurvig unter unseren Zettis. In Wolkenstein bewunderten wir ein außergewöhnliches Hotel, welches in alten Zug-Schlafwagen untergebracht ist. Während darüber auf einem hohen Felsmassiv das beeindruckende, weiße Schloss thront. Weiter ging es über die von Bäumen gesäumte deutsche Alleenstraße nach Marienberg, welche mit einem ein Hektar großen Markplatz protzen kann. Auf der Strecke nach Ansprung erwarteten uns dann sogar zwei "Filmteams", die Manfred extra für uns dorthin beordert hatte. Diese fotografierten bzw. filmten mit Feuereifer die wild winkende Schar in den Autos. Weiter ging es zum Spielzeugdorf Seiffen

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- wo uns eine Mischung aus Kunst, Kitsch und Touristenrummel zum Kaffee erwartete. Die Organisation war perfekt, die Parkplätze reserviert und der Kuchen stand mit dem Kaffee auch schon für uns bereit. Die obligatorische Eierschecke war natürlich auch dabei. Gut gelaunt, nach dem ersten Kaffee-Klatsch, ging es an der Rauschenbachtalsperre vorbei, wo uns ein 15% Gefälle und die ersten Grenzschilder erwarteten. Es folgte die Altenberger Höhe, eines der großen DDR-Skigebiete und eine witzige Parallelfahrt mit dem Bummel-Zug, der dann tatsächlich in Lauenstein an uns vorbeizog. Nach einer kurzen Pause

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konnten wir einen ersten Blick auf die atemberaubende Silhouette der Festung Königstein und die benachbarten Gesteinsgruppen werfen. Noch kurz über die Elbe nach Bad Schandau, dann trennte uns nur noch ein kurzer Tankstopp von unserer Unterkunft und dem Abendessen. kurzer Spaziergang =>

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Um 18:30 Uhr trafen sich dann alle zum gemeinsamen Abendessen, was mit einem Kräuterlikör vom Hotel eingeläutet wurde. Was gemütlich begann, endete für den "harten Kern" mit einer kleinen Kuriosität. Das Personal hatte Feierabend und man setzte uns in der Bar buchstäblich ins dunkle - und das weit vor Mitternacht. Nach einem klärenden Gespräch mit der Chefin, durften wir dann nachts eigenständig das Licht löschen. Frank wurde kurz eingewiesen und war fortan der Lichtmeister der Nachteulen. Somit war für alle eine sinnvolle Lösung gefunden.

Tag 2 – Glas - Deutsch-/Polnisch-/Tschechisches Grenz-Hopping - Gusseiserner Turm

Gut gestärkt, nach einem reichhaltigen Frühstück (Zitat: "Esst bitte etwas mehr - wir haben heute kein Mittagessen") und dem ausführlichen Briefing, ging es pünktlich auf die Straße – die im Ort Rathen für einige der tiefliegenden Zettis eine beinahe unlösbare Herausforderung darstellte. Die Bastei links liegen lassend ging es zu einer ehemaligen Rennstrecke, dem Deutschlandring, der mit 8% Gefälle ein breites Grinsen bei den Fahrern ins Gesicht zauberte. Vorbei an der Burg Hohnstein ging es Richtung Kleinwelka/Bautzen. Hier konnten wir im Verlauf der Strecke zweisprachige Schilder entdecken, die zusätzlich zum Deutsch auch in Sorbisch beschriftet sind. Das Wetter nahm unsere Pipi-Pause im Saurierpark Kleinwelka

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leider wörtlich und es fing heftig zu regnen an, was ein Zetti prompt mit "nicht-anspringen" quittierte. Zum Glück fanden sich gleich willige Helfer, die den bockigen Wagen wieder zum Laufen brachten. Weiter ging es an unzähligen Tagebau-Seen, einem ungewöhnlichen Schild "Achtung-'Kühlwasserturmniederschlag' auf 7 km", dem Geopark Muskauer Faltenbogen und durch den nachdenklich stimmenden Tagebau in Nochten zu unserem ersten Tageshighlight - der Glaspyramide der Firma "Cristalica" in Döbern.

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Dort konnten wir die bescheidenen Reste einer ehemals blühenden, seit 1867 bestehenden, Glasbläser-Industrie besichtigen. Unsere Führerin berichtete sehr offen und anschaulich aus ihrem langen Arbeitsleben in der Glasbläserei, wo Sie bereits 1955 als Glasschleifer-Azubi angefangen hatte. Weiter ging es am Rande des länderübergreifenden Fürst-Pückler-Parks zur Oder und durch endlose Waldstücke entlang der polnischen Grenze. Als nächstes Highlight ging es in Löbau den Berg hinauf zum Berggasthof Honigbrunnen, einem wunderschönen Ausflugslokal, bei dem uns wieder Kaffee und Kuchen erwarteten. Die Pause nutzen einige, um auf den König-Friedrich-August-Turm zu steigen, welcher mit seinen 28 Metern Höhe der einzige, noch erhaltene, gusseiserne Aussichtsturm in Europa ist.

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Der weitere Weg führte uns in Ebersbach über die tschechische Grenze, wo sich die Gruppe kurz verlor, aber bald wieder beisammen fand und anschließend günstig für 1,60 Euro tanken konnte.

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Weiter ging es, wieder in Deutschland angekommen, durch Sebnitz, welches für seine hochwertigen Kunstblumen bekannt ist, zu unserem Stützpunkt in Rathen. Nach dem Abendessen konnten die Nachteulen (jetzt mit richtigem Licht) sogar um Mitternacht unser Geburtstagskind Martin hochleben lassen.

Tag 3 – Burgen und Schlösser – auf den Spuren August des Starken

Heute lag der Schwerpunkt unserer Zetti-Tour im kulturellen Bereich. Los ging es wieder über die geliebte Serpentinenstrecke des Deutschlandrings nach Burg Hohnstein.

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Dort besichtigen wir die, heute als Jugendherberge genutzte, Burganlage,

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welche auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken kann. Vom Aussichtsturm und dem Burggarten hat man eine phantastische Aussicht über das Polenztal und einige Felsgruppen der sächsischen Schweiz.

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Weiter ging es gleich zum nächsten Adelssitz, der Burg Stolpen,

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welche durch ihre tragische Bewohnerin, der gefangenen Gräfin von Cosel, traurige Berühmtheit erlangte. Kometenhaft war ihr Aufstieg als Mätresse August des Starken. Abgrundtief ihr Fall, der mit lebenslanger, fast 50-jähriger Haft, auf Stolpen endete.

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Selbst Ihre Gebeine fanden dort ihre letzte Ruhestätte, was im Volksmund den Spruch: "Die Burg Stolpen ... lässt Sie nicht los" formte. Die große Burganlage, teilweise errichtet auf Basaltsäulen, bot aber noch sehr viel mehr Sehenswertes. Bernhard ließ es sich nicht nehmen, einen bayerischen Gruß dem "Königsjodler" vom Aussichtsturm darzubieten, was für gute Stimmung sorgte. Auf dem Rückweg zum Parkplatz gab es dann eine kleine Verzögerung durch die "Eizmanufaktur", deren leckeren Versuchungen viele Zetti-Insassen nicht widerstehen konnten. Danach ging es nach Rammenau zum Mittagessen, bevor es weiter zum dortigen Barockschloss ging.

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An diesem Tag waren dort fünf Hochzeiten angemeldet und die Bräute gaben sich wortwörtlich die "Klinke" in die Hand. Die Damenwelt stellte nach eingehender Beobachtung fest, dass 2023 Cremefarben bei den Bräuten hoch im Kurs steht. Zum Glück fanden wir zwischen den Trauungen eine kurze Lücke, die wir zur Besichtigung des opulent ausgestatteten Schlosses nutzen konnten. Weiter ging es, den Rand von Dresden streifend, zu einem weiteren Schloss. Das wunderschön an der Elbe gelegene Schloss Pillnitz.

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Hier hatten wir ausreichend Zeit zum Lustwandeln durch die großzügige und abwechslungsreich gestaltete Parklandschaft oder einfach einer Kaffeepause. Ein faszinierendes Detail im Park: es gibt dort eine riesige, über 250 Jahre alte, Kamelie, die ein eigenes, auf Schienen bewegliches, Winter-Glashaus besitzt.

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Von all den vielen Eindrücken müde, ging es danach zurück zum Kurort Rathen. Beim Abendessen gab es zur Einstimmung erneut den grünen Kräuterlikör - diesmal vom Geburtstagskind Martin gespendet. Als kleines Dankeschön überreichte die Gruppe unseren beiden tollen Tourenführern Winni und Gabriela, echte Döberne Kristallgläser. Natürlich wurde auch Manfred nicht vergessen, für den eine Puzzle-Karte mit Genesungswünschen von allen unterschrieben wurde.

Tag 4 - Das Beste zum Schluss… Highlights der Sächsischen Schweiz: Kirnitzschtal und Bastei

Am Morgen unseres letzten Tages war uns der Wettergott leider nicht gewogen. Im Regen verabschiedeten sich die Heimfahrer herzlich von den Teilnehmern, die sich noch den halben Tag in der Sächsischen Schweiz gönnten. Es ging durch Bad Schandau in das wildromanische Kirnitzschtal. Dieses Tal ist eine wahre Augenweide mit seinen vielen Mühlen und der historischen Straßenbahn, die einen Teil der Strecke, bis zum Lichtenhainer Wasserfall fährt. In dem Tal finden sich viele Zuwege zu den spektakulärsten Zielen der Sächsischen Schweiz. Unterwegs gab es über den Funk immer wieder große Begeisterungsbekundungen über diese atemberaubende Landschaft. Bei schönem Wetter und offenem Verdeck wäre es mit Sicherheit noch sehr viel beeindruckender gewesen. Nach einer größeren Schleife ging es wieder nach Hohnstein, wo gerade sehr beeindruckend, der Regendunst an den Felsen unterhalb der Burg hochzog. Diesmal steuerten wir nun auch endlich die Bastei an. Leider öffnete im Moment unserer Ankunft der Himmel alle Schleusen und es goss in Strömen. Selbst mit Schirm war wegen des Windes nicht viel auszurichten und von der Bastei und dem Elbblick war nicht viel zu sehen.

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Von daher wurde entschieden, erstmal ins Restaurant zu gehen und es danach erneut zu versuchen.

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Dort gab es einige Diskussionen, wegen der kleinen Gruppengröße, aber diese konnten zum Glück bereinigt werden. Nach der Pause hatte sich der Regen weitestgehend gelegt und wir konnten doch noch die Aussicht von/auf die Bastei genießen.

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Da es aber alle nun langsam nach Hause zog, gestaltete sich der Besuch nicht mehr lange und die Gruppe machte sich auf den Weg zu den Autos. Dort angekommen gab es eine lange und herzliche Verabschiedung aller Beteiligten, bevor sich die Teilnehmer in alle Himmelsrichtungen verteilten.

Lieber Winfried, liebe Gabriela und natürlich auch lieber Manfred, ein ganz herzliches Dankeschön an Euch für diese wunderschöne Tour, die uns den östlichsten Zipfel Deutschlands ein wenig näher gebracht hat. Ihr konntet uns mit Eurer Begeisterung für diese besondere Gegend, mit viel Charme und fundiertem Wissen, anstecken. Die Sächsische Schweiz ist immer eine Reise wert und man konnte bei der Schnupper-Tour erahnen, was einen noch alles erwartet, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.

Vielen herzlichen Dank für die akribische Ausarbeitung und das perfekte Timing bei der Durchführung. Vielleicht gibt es ja demnächst die "Best of Sachsen I bis III-Tour?". Wir würden uns freuen.

Herzlichen Dank, im Namen der ganzen Gruppe
Martina und Frank

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